Funkstation – Morsen – Kommunikation der Zukunft?

Dass die Stille zwischen den Tönen lebenswichtig wird, zeigt das Morsen. SOS, das berühmte Notsignal “· · · − − − · · ·”  Kennt doch jeder! Oder nicht? Das Morsen und Funken ist eine eigene Welt der Kommunikation. Viel braucht es nicht für das Morse-Gespräch: kurzes Signal, langes Signal, Pause, schon kann man sich weltweit unterhalten. Schnell gemacht und hoch-komplex. Wir entdecken die “alte” Kommunikationsformen für die Zukunft wieder. Heute schon gemorst?

Leitung: Martin Rauch

1 thought on “Funkstation – Morsen – Kommunikation der Zukunft?

  1. Hallo zusammen,

    durch Zufall stieß ich auf diese Seite und ich war sehr überrascht, daß hier das Morsen thematisiert wird. Nüchtern betrachtet ist es die älteste digitale Betriebsart im Funk, auch wenn man das erst in der Neuzeit so betrachtet, also in einer Zeit, aus der Computer und alles Digitale nicht mehr wegzudenken sind.

    Ein Signal zum Morsen kann sehr einfach erzeugt werden. Sender an. Sender aus.. verbunden mit einer Taste… das genügt völlig. Einfacher geht’s nicht.

    Auf der Empfängerseite kann dieses Signal besonders einfach und gut aus Störsignalen herausgefiltert und hörbar gemacht werden. Für Notsituationen bei Katastrophen wie geschaffen, um eine Kommunikation mit der Außenwelt aufrecht zu erhalten und Hilfe zu organisieren und das auch für den Fall, wenn das herkömmliche Telefon-/Kommunikationsnetz eingeschränkt verfügbar oder sogar zusammengebrochen ist.

    Wer morst heute eigentlich noch?

    Die Antwort auf diese Frage führt auf (zumindest) einen Teil des Notfunks und besonders auf den Amateurfunk.

    Der Amateurfunk ist weltweit ein eigenständiger Funkdienst, der von Menschen mit Leben erfüllt wird, die sich aus persönlichem Freizeitinteresse mit Funk und Funktechnikm sowie artverwandter Technologie in dem Zusammenhang befassen. Für den Betrieb eines Senders ist in jedem Land der Welt eine behördliche Genehmigung erforderlich. Um diese zu erlangen, muß man eine Prüfung über einen genau festgelegten Komplex von Fachthemen ablegen und bestehen.

    Neben dem Amateurfunk gibt es noch andere Funkanwendungen, die von Privatleuten als Hobby betrieben werden können und frei verfügbar sind, weil sie keinerlei Lizenzprüfung oder sonstige Genehmigung für den Betrieb erfordern. Leider war/ist hier aber das Morsen so gut wie kein Thema. Aber vielleicht ändert sich das mal noch…

    Bis zu einer bestimmten Zeit in der Vergangenheit war das Morsen auch eine Zugangsvoraussetzung für den Amateurfunk auf Kurzwelle. Jeder angehende Funkamateur, der eine Genehmigung für den Betrieb in diesem Bereich erlangen wollte, mußte sich also das Morsen aneignen und seine Fähigkeiten darin auch gesondert in besagter behördlichen Prüfung nachweisen. Es gehörte praktisch zum Handwerkszeug eines Funkamateurs auf Kurzwelle und das weltweit. Natürlich verwendet(e) man keinen Klartext, weil das in der Unterhaltung viel zu lange dauert, dafür aber ein Vokabular aus Kürzeln, welches auch weltweit einheitlich war bzw. ist. Damit entfallen auch Sprachbarrieren jeder Art. Man konnte/kann also mit absolut jedem Menschen eine Unterhaltung führen, auch wenn man die Sprache seines Gegenübers nicht beherrscht. Ein sagenhafter Vorteil!

    Leider wird inzwischen auf das Morsen als Zugangsvoraussetzung zum Amateurfunk auf Kurzwelle verzichtet, was ich persönlich sehr bedauere, denn die Folge davon ist, daß nicht mehr jeder Funkamateur das auch beherrschen muß. Im kommerziellen Bereich wird das schon sehr viel länger nicht mehr gemacht, ein Tribut an den technischen Fortschritt. Nur wäre es gut, für Ausnahmesituationen einen „Plan B“ zu haben. Und in Not- und Katastrophenfällen könn(t)en Funkamateure wertvolle Hilfe leisten, was sie in der Vergangenheit schon öfter getan haben und was man durchaus auch einmal zu schätzen wußte.

    Dank moderner Techologie gibt es inzwischen gute Hilfsmittel, gesendete Signale „aufzunehmen“ (gemeint ist damit, sie zu „dekodieren“, also in lesbaren Text umzusetzen), so daß dies nicht mehr allein von den menschlichen Fähigkeiten des Operateurs an der Funkstation abhängt, ob etwas vollständig und fehlerfrei übermittelt werden kann oder verlorengeht.

    Auch wenn es wie schon erwähnt dafür längst moderneren „Ersatz“ gibt, bin ich sehr dafür, das Morsen zu erhalten und nicht der Vergessenheit preiszugeben, eben auch wegen der Einfachheit, mit der ein solches Signal erzeugt werden kann. So ganz ohne Computer.
    Zur Erhaltung gehören auch die Fähigkeiten, damit umgehen zu können. Und das muß trainiert werden. Vor allem beim „Aufnehmen“. Wer einmal das Morsen gelernt hat wird die Morsezeichen nie wieder vergessen, aber ohne ein „Training“ stößt man da nach einiger Zeit doch recht schnell an eine Grenzen.

    Hoffen wir also mal, daß sich auch in Zukunft noch ausreichend Funkamateure dafür interessieren, dies praktizieren und auch noch andere sich dafür begeistern lassen…. Alles Andere wäre ein mehr als bedauerlicher Verlust.

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