Wasserreinigung – vom Flusswasser zur spritzigen Limo?

Die Saale galt lange als schmutzigster Fluss Deutschlands. Mit Filteranlagen lässt sich jedoch heute sogar Trinkwasser aus der Saale gewinnen. Mitarbeiter von Prof. Dr. Andreas Heilmann vom Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS zeigen in kleinen Workshops, wie man dieses Wasser sogar zu Limonade wandeln kann. Im Kurzinterview stellt Prof. Heilmann einige seiner Arbeiten im Rahmen des Bürgerforschungsschiffs Make Science Halle vor.

Wusstest du schon …

  • …, dass die Saale über 413 km von Bayern durch Thüringen und Sachsen-Anhalt fließt.
  • …, dass die Saale zwar Jahrzehnte lang durch Abwässer der Chemieindustrie verunreinigt wurde, sich aber gut erholt, sodass sich wieder 36 Fischarten im Fluss tummeln.
  • …, dass man mit Reverse-Osmose-Filtrationsanlage das Wasser der Saale bis zur Trinkwasserqualität aufbereiten kann.

Was macht die Saale so besonders?

Die Saale bietet vielen Tieren und Pflanzen einen wichtigen Lebensraum und half seit jeher dem Menschen bei der Bewässerung. Gleichzeitig wurde der Fluss durch die Industrie in der Region Halle (Saale) stark verschmutzt. Heute können wir aber mit moderner Technik der Saale beim Gesundungsprozess helfen. In meiner Forschungsstation zeige ich anschaulich, wie das möglich ist.

Was kann man bei Ihrer Forschungsstation machen?

Mit kleinen Filtrationsanlage führen wir die Wasserreinigung von Saale-Wasser durch, untersuchen die Zusammensetzung des Wassers und testen seine Eigenschaften, wie die Leitfähigkeit und den pH-Wert. Das gefilterte Wasser bereiten wir mit Kohlensäure und zusätzliche Aromen auf und entwerfen so eine eigene Limonade, die man tatsächlich (auf eigene Verantwortung)* auch trinken kann. Dabei erfährt man die Bedeutung nachhaltiger Wassernutzung für uns Menschen sowie für Pflanzen und Tiere am und im Fluss.

Prof. Dr. Andreas Heilmann ist wissenschaftlicher Leiter Geschäftsfeld Biologische und Makromolekulare Materialien am Fraunhofer IMWS. Zudem ist er Gesamtprojektleiter der Nachwuchs-Forschungsgruppen des Leistungs- und Transferzentrums Chemie- und Biosystemtechnik.

Womit beschäftigen Sie sich in der Forschung?

Im Fraunhofer-Institut IMWS in Halle (Saale), in dem ich als Projektkoordinator arbeite, führen wir Forschungs- und Entwicklungsprojekte durch, bei der Industrie und Wissenschaft zusammenarbeiten. Unser Anspruch ist dabei, neue Technologien zu entwickeln und zum Beispiel die Nutzung nachhaltiger Rohstoffe noch stärker in der mitteldeutschen Industrie zu verankern. Dafür forschen wir an neuen Materialien für eine effektivere Wasseraufbereitung, aber auch an biotechnologischen Materialien, die eine umweltschonende und wassersparende Herstellung von Therapeutika, Medikamenten und Kosmetikartikeln ermöglichen.

Warum sind Sie an Bord der Make Science Halle?

Uns ist es wichtig, die Forschungsarbeiten, die wir zusammen mit den Unternehmen der Region durchführen, auch für die Bürger der Stadt Halle (Saale) sichtbar zu machen. Gerade das Thema Wasseraufbereitung gibt uns die Möglichkeit, sowohl die biologischen Anforderungen an die Reinheit des Wassers zu beschreiben als auch die technologische Wasseraufbereitung zu demonstrieren.

Was begeistert Sie an der Saale als Gewässer und an der Wasseraufbereitung?

Die Saale ist viel sauberer geworden und man kann in der Saale baden. Das heißt aber nicht, dass man das Saalewasser auch trinken sollte. Hierfür gibt es das bestens kontrollierte Trinkwasser aus der Wasserleitung.

Wie groß ist die Bedeutung nachhaltiger Wassernutzung für die gesamte Welt?

Durch den Klimawandel wird in Zukunft Wasser auch in Mitteldeutschland knapper werden, wir sollten uns mehr um die Schonung dieser wichtigen natürlichen Ressource kümmern!

* Diese Limonade entspricht nicht der Trinkwasserverordnung und kann daher nur auf eigene Verantwortung getrunken werden.



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